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Aus Hilfsbereitschaft darf keine Neiddebatte werden

Gerade bei Spenden finde ich die Entwicklung bedenklich.

Denn niemand wurde gezwungen, Verena Leister Geld zu geben.

Menschen haben freiwillig entschieden:

Ich möchte helfen.

Genau solche Menschen brauchen wir.

Menschen, die nicht zuerst fragen:

„Was bekomme ich dafür?“

Sondern:

„Was kann ich beitragen?“

Darüber habe ich vor einiger Zeit auf meinem Blog Leisniger Bürger geschrieben.

In meinem Beitrag Die stillen Helden von Leisnig geht es genau um diese Menschen:

Menschen, die Geld geben.

Zeit schenken.

Vereine unterstützen.

Nachbarn helfen.

Etwas reparieren.

Jugendarbeit ermöglichen.

Viele davon machen das, ohne dafür Applaus zu erwarten.

Diese Menschen halten unsere Gesellschaft zusammen.

Wir sehen immer schneller das Negative

Das Internet hat diese Entwicklung noch verstärkt.

Eine negative Nachricht verbreitet sich rasend schnell.

Ein Verdacht wird geteilt.

Eine Unterstellung wird weitergeschickt.

Jemand schreibt etwas in einer Facebook-Gruppe – und plötzlich wird daraus vermeintlich eine Tatsache.

Bereits 2025 habe ich auf walter-stuber.de darüber geschrieben:

Die digitale Welt im Wandel: Zwischen Fake News und positiver Kommunikation

Meine Frage damals war sinngemäß:

Warum teilen wir negative Geschichten schneller als positive?

Diese Frage ist heute aktueller denn je.

Dabei haben wir unglaublich viel, wofür wir DANKE sagen können

Ich lebe selbst mit einer Behinderung.

Deshalb weiß ich auch, dass nicht alles einfach ist.

Aber gerade deshalb möchte ich nicht jeden Morgen darüber nachdenken, was ich nicht mehr kann oder was andere bekommen und ich vielleicht nicht bekomme.

Ich möchte sehen, was noch möglich ist.

Wir leben in einem Land mit einem Gesundheitssystem.

Mit Krankenkassen.

Mit Renten.

Mit Pflegeleistungen.

Mit Hilfsmitteln.

Mit Reha-Möglichkeiten.

Mit Unterstützung für Menschen mit Behinderungen.

Mit Ärzten, Krankenhäusern, Rettungsdiensten und Pflegekräften.

Funktioniert das alles perfekt?

Natürlich nicht.

Es gibt Bürokratie, Fehlentscheidungen und Ungerechtigkeiten.

Die müssen wir benennen.

Aber bei aller berechtigten Kritik sollten wir nicht vergessen:

Sehr vieles, was für uns selbstverständlich geworden ist, wäre für Millionen Menschen auf dieser Welt ein unglaublicher Luxus.

Danke kostet nichts – und verändert trotzdem etwas

Schon 2021 habe ich auf walter-stuber.de einen Beitrag mit einer sehr einfachen Überschrift geschrieben:

Kostenlos, trotzdem wertvoll: DANKE sagen

Damals schrieb ich darüber, dass manche Menschen Hilfe als selbstverständlich betrachten oder sogar glauben, ein Recht auf jede Zuwendung zu haben.

Fünf Jahre später beschäftigt mich dieses Thema noch immer.

Vielleicht sogar stärker als damals.

Und auch auf MehrDanke.de habe ich dieses Thema immer wieder aufgegriffen.

Zum Beispiel in:

„Danke: Kleines Wort – große Wirkung“

Denn Undankbarkeit erzeugt Frust.

Dankbarkeit dagegen verändert unseren Blick.

Kritik ja – aber was ist die Alternative?

Das gilt für mich auch für unsere politische Diskussion.

Ich höre immer häufiger:

„Das ganze System muss weg.“

„Wir brauchen einen kompletten Neuanfang.“

„Deutschland muss aus der EU raus.“

Man kann unsere Bundesregierung kritisieren.

Man kann Entscheidungen der Europäischen Union kritisieren.

Man kann Bürokratie, Steuern, Migration, Wirtschaftspolitik oder Sozialpolitik kritisieren.

Das gehört zu einer Demokratie.

Aber mir fehlt bei vielen radikalen Forderungen eine entscheidende Antwort:

Was machen wir danach konkret besser?

Wie sichern wir Arbeitsplätze?

Wie organisieren wir unseren Handel?

Wie sichern wir unseren Wohlstand?

Wie finanzieren wir unseren Sozialstaat?

Und wie gewährleisten wir unsere Sicherheit?

Großbritannien hat mit dem Brexit gezeigt, dass ein EU-Austritt nicht automatisch wirtschaftliche Freiheit und neuen Wohlstand bedeutet. Die britische Haushaltsbehörde OBR geht langfristig von erheblichen negativen Produktivitätseffekten gegenüber einem Verbleib in der EU aus.

Auch unsere Einbindung in NATO und europäische Strukturen gibt Deutschland Sicherheit.

Das heißt nicht:

Alles ist gut.

Es heißt:

Wer etwas abschaffen will, sollte auch erklären können, was danach kommt.

Kritik ist einfach.

Eine bessere Lösung aufzubauen ist wesentlich schwieriger.

Das weiß ich auch aus 25 Jahren als Unternehmer.

Dankbarkeit bedeutet nicht, die Augen zu verschließen

Das ist mir besonders wichtig.

Dankbarkeit bedeutet nicht:

Alles hinnehmen.

Ungerechtigkeiten akzeptieren.

Politik nicht kritisieren.

Schlechte Entscheidungen schönreden.

Dankbarkeit ist keine Blindheit.

Dankbarkeit bedeutet für mich:

Ich sehe das Problem – aber ich sehe trotzdem auch das Gute.

Ich kämpfe für Veränderung – aber ich werde dabei nicht verbittert.

Ich fordere mein Recht ein – aber ich gönne meinem Mitmenschen trotzdem seinen Erfolg.

Und ich kann sagen:

Mir fehlt etwas. Aber ich habe trotzdem unglaublich viel.

Vielleicht ist genau das unser Problem: Wir vergleichen zu viel

Der andere hat das größere Auto.

Der andere bekommt mehr Unterstützung.

Der andere hat mehr Geld.

Der andere hat den besseren Rollstuhl.

Der andere bekommt die Reha.

Der andere bekommt 200.000 Euro Spenden.

Wenn ich mein Leben ständig mit dem Leben anderer Menschen vergleiche, werde ich immer jemanden finden, der mehr hat.

Aber genauso werde ich Menschen finden, die wesentlich weniger haben als ich.

Deshalb versuche ich seit Jahren eine ganz einfache Übung.

Ich frage mich:

Wofür kann ich heute DANKE sagen?

Darüber habe ich bereits 2019 in meinem Beitrag „Ein Weg zum Glück: Gutes tun und dankbar sein“ geschrieben.

Diese Dankbarkeitsübung begleitet mich bis heute.

Ein Weg zum Glück: Gutes tun und dankbar sein

Dankbarkeit ist eine Entscheidung

Auf MehrDanke.de habe ich Anfang 2026 geschrieben:

„Dankbarkeit. Jeden Tag. Für Ideen, Menschen und Wirkung.“

Ein Satz daraus beschreibt meine Haltung bis heute:

Dankbarkeit ist nicht nur ein Gefühl für gute Tage. Dankbarkeit ist eine Haltung.

Genau deshalb möchte ich nicht in eine Gesellschaft hineinleben, in der wir dem anderen zuerst misstrauen.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der wir wieder sagen können:

Schön, dass dir geholfen wurde.

Auch wenn mir gerade niemand hilft.

Schön, dass du Erfolg hast.

Auch wenn ich gerade kämpfen muss.

Schön, dass 6.000 Menschen bereit waren zu spenden.

Auch wenn ich persönlich vielleicht für einen anderen Zweck gespendet hätte.

Denn die Alternative ist eine Gesellschaft, in der irgendwann niemand mehr helfen möchte, weil jeder Helfer anschließend erklären muss, warum er gerade diesem Menschen geholfen hat.

Das wäre fatal.

Mehr Danke. Weniger Neid.

Vielleicht brauchen wir nicht zuerst ein neues System.

Vielleicht müssen wir zuerst wieder lernen, anders miteinander umzugehen.

Mehr zuhören.

Mehr gönnen.

Mehr helfen.

Mehr Verantwortung übernehmen.

Weniger vergleichen.

Weniger unterstellen.

Weniger neidisch sein.

Und vor allem:

Mehr DANKE sagen.

Ich kann nicht die ganze Gesellschaft verändern.

Aber ich kann bei mir anfangen.

Und genau das möchte ich jeden Tag neu versuchen.

🙏🪴

Wie siehst du das: Haben wir in Deutschland ein Neidproblem – und wofür kannst du trotz aller Probleme heute ganz bewusst DANKE sagen?

TEXT und BILD mit Hilfe von chatgbt -KI

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